Sharp Aquos Phone SH80F

Der japanische Elektronikproduzent Sharp ist in der öffentlichen Wahrnehmung mehr für seine hochwertigen Flachbildfernseher oder eventuell auch für seine Mikrowellengeräte bekannt. Die Mobilfunksparte des Konzerns fristet dagegen eher ein Schattendasein. Mit seinem im Oktober vergangenen Jahres auf den Markt gebrachten Smartphone Aquos Phone SH80F möchte Sharp dies nun ändern.

Das Gerät mit seinem stolzen Einführungspreis von 650,00 EUR soll sich in die Reihe der 1st-Class-Smartphones einreihen und den Konkurrenten Marktanteile abjagen. Um dies zu erreichen, setzt Sharp beim Aquos Phone SH80F auf 3D-Technik. Das 4,2 Zoll große Display ist in der Lage, sowohl im Quer- als auch im Hochformat Inhalte dreidimensional abzubilden. Dies ist bislang einzigartig, da die beiden anderen 3D-Handys auf dem Markt von HTC und LG dies nur im Querformat hinbekommen. Für Aufnahmen von Videos und Fotos in 3D oder auch in 2D sind zwei 8-Megapixel-Kameras verbaut. Auch dies ist bislang ein Novum, die beiden Konkurrenten warten nur mit je 5 Megapixel auf. Die Aufnahmen haben durchweg eine sehr ordentliche Qualität, dennoch ist hier noch Luft nach oben vorhanden. Etwas knauserig ist Sharp bei den 2 Gigabyte internem Speicher und der beigefügten Speicherkarte mit 4 Gigabyte. Zwar kann das Gerät mit bis zu 32 Gigabyte zusätzlichem Speicherplatz augewerten werden, für diese Preisklasse wäre mehr Speicherkapazität als Standard jedoch wünschenswert. Auch beim Prozessor spart Sharp am zweiten Kern. Dennoch arbeitet das Gerät mit seinem 1,4 Gigahertz taktenden Single-Core-Chip zügig und nahezu ohne Ruckeln. „Geiz ist geil“ war auch beim Akku die Devise: Nur 1.240 mAh Kapazität kann dieser vorweisen. Gemessen daran hält der Akku zwar beachtlich lange, etwas mehr Kapazität wäre trotzdem nett gewesen. Bei soviel 3D-Genuss wird der Besitzer des Aquos Phone ohnehin keine Zeit mehr mit Telefonieren verbringen. So oder so ähnlich müssen die Entwickler von Sharp gedacht haben, denn anders ist die wirklich unterdurchschnittliche Sprachqualität des Geräts nicht zu erklären.

Trotz all dieser Kritikpunkte muss man den Verantwortlichen bei Sharp bescheinigen, dass ihnen mit dem Aquos Phone SH80F ein Topprodukt gelungen ist. Hinsichtlich der 3D-Technik setzt es neue Maßstäbe und auch sonst kann es bei den meisten Aspekten mit den anderen Spitzenmodellen mithalten. Ob dies jedoch ausreicht, um den Platzhirschen nennenswerte Marktanteile zu stibitzen, darf bezweifelt werden. Hierzu ist der Preis für das Gerät einfach zu hoch und die Marke Sharp auf dem Handymarkt zu wenig etabliert.