Firefox OS auf dem MWC vorgestellt

Dass Suchmaschinen mit eigenen Webbrowsern und sogar ganzen Betriebssystemen für Handys dienen können, die durchaus das Potenzial zum Marktführer haben, ist seit Google’s Chrome-Browser und Android-System allgemein bekannt. Doch dass sich auch ein Softwareanbieter, welcher sich bisweilen einzig und allein auf das Web-Browser-Geschäft spezialisiert hat, ebenfalls an Betriebssysteme für Smartphones herantraut, ist bisweilen neu. Mit dem ersten offiziellen Firefox OS für Smartphones hat der amerikanische Internetexperte nun jedoch genau diesen Schritt gewagt und voller Stolz die erste endgültige Fassung vor wenigen Tagen auf dem MWC in Barcelona vorgestellt.

Allgemeines und Entwicklung

Den Plan, ein eigenes Betriebssystem zu entwickeln, gab der hiesige Mozilla-Konzern bereits im Jahre 2011 bekannt, erntete jedoch nur wenig Beachtung. Mit Android und iOS war die damalige Smartphone-Gesellschaft schließlich bestens versorgt und auch die Betaversion „Firefox OS Simulator 1.0“ konnte für keinerlei Aufschreie in der IT-Branche sorgen. Nun, gut zwei Jahre später, scheint sich das neue Betriebssystem jedoch als ein Projekt mit Zukunftsgehalt herauszustellen: Vor allem für Personen, die bisher noch kein High-End-Handy ihr Eigen nennen durften, könnte das neue Firefox OS eine willkommene und sinnvolle Alternative zu den drei großen Platzhirschen sein.

Das Prinzip

Mit der Idee, ein Betriebssystem zu entwickeln, steht Mozilla bei Weitem nicht alleine dar. Bis auf Android, iOS und Windows Phone hat es jedoch bisweilen keine Variante auf ein ansehnliches Niveau schaffen können. Dies könnte bei dem Firefox OS jedoch durchaus der Fall sein. Denn Mozilla will nach eigenen Angaben vor allem den asiatischen und afrikanischen Teil der Weltbevölkerung mit dem neuen Betriebssystem ausrüsten. In diesen Regionen hat der Aufbau des kabellosen Internets gerade erst begonnen und viele Smartphones gibt es in Schwellenländern bisweilen noch gar nicht zu kaufen. Mit einem Preis von 0,00 Euro soll die Freeware demnach vor allem für Benutzer in ärmeren Gebieten konzipiert worden sein, wird sich jedoch selbstverständlich auch hierzulande nutzen lassen. Und das ist auch gut so! Denn erste Testläufe zeigen, dass sich das neue Handyprogramm durchaus sehen lassen darf.

Ersteindrücke

Zugegeben, im Vergleich zu iOS & Co. ist das neue Firefox Betriebssystem wesentlich schlichter und für langjährige Smartphone-Nutzer wohl auch mehr oder weniger uninteressant. Doch für alle Neulinge der Hightech-Handy-Bewegung könnte sich die Benutzung der neuen Software durchaus lohnen. Denn nicht nur die Oberflächenaufteilung und die Übersichten sowie Menüabschnitte sind wesentlich einfacher, schlichter und größer gehalten: Auch die generelle Art der Apps unterscheidet sich grundlegend von den „nativen“ Programmen der derzeitigen Anbieter. So sind die Kleinstprogramme fürs Firefox-System allesamt auf einfachen Web-Sprachen wie HTML und Java Script aufgebaut. Der Vorteil: Wesentlich mehr Menschen können sich an der Gestaltung der kleinen Helferprogramme beteiligen, sprich ihre eigenen Apps herausbringen und sogar das gesamte System an sich verändern. Dieses basiert nämlich auf der Baustein-Software Linux – ein Umprogrammieren stellt für Technik-Freaks kein Problem dar.

Aussichten

Ob sich das neue System nicht nur auf fernen Kontinenten, sondern auch in Europa und speziell in Deutschland durchsetzen kann, bleibt selbstverständlich erst einmal abzuwarten. Die ersten Firefox-Modelle, das ZTE „Open“ und das Alcatel „One Touch Fire“, boten mit einer Mindestausstattung (das Volumen des Arbeitsspeichers beträgt zum Beispiel nur 256 MB, die Leistung des Prozessors lediglich 1 GHz) auf dem MWC 2013 jedoch eine sehr gute Performance und das Betriebssystem an sich konnte mit einer klaren Aufteilung bei den Testern durchaus punkten. In Anbetracht der Tatsache, dass sich bereits 17 Mobilfunkanbieter für die Unterstützung der Open-Source-Software entschieden haben, stehen die Chancen also mehr als gut für Firefox OS.