Das neue Motorola RAZR

Man kann es durchaus als das „Comeback des Jahres“ auf dem Handymarkt bezeichnen: Motorola bringt seit November sein schon legendäres RAZR neu in den Handel. Aus dem beliebten Klapphandy vergangener Tage ist nun ein superflaches Smartphone geworden, mit nur 7,1 Millimeter genauer gesagt das dünnste Smartphone bisher überhaupt auf dem Markt.

Dort, wo Kamera, Blitz und Lautsprecher sitzen, wird es allerdings gut zehn Millimeter dick, was diese Superlative etwas relativiert. Alles andere als dünn kommt dagegen das 4,3 Zoll große Super-AMOLED-Display daher, mit einer Auflösung von 960 mal 540 Pixel erreicht es exzellente Ergebnisse bei Farbwiedergabe und Schwarzwert. Ebenso exzellent ist die Verarbeitungsqualität. Motorola setzt beim RAZR auf einen Materialmix aus kratzfestem Glas für das Display, Aluminium und einer Beschichtung aus Kevlar auf der Rückseite. Der Werkstoff Kevlar findet in erster Linie bei Schutzbekleidung seine Verwendung, was darauf schließen lässt, dass diese Kunstfaser das Motorola RAZR widerstandfähiger machen soll. Durch eine spezielle Nano-Beschichtung ist das Gerät zudem resistent gegen Spritzwasser, wodurch es sicherlich nicht zum vollwertigen Outdoor-Handy taugt, jedoch einen klaren Pluspunkt gegenüber Konkurrenzmodellen sammelt.

 

Der interne Speicher von 16 Gigabyte kann zu etwa drei Vierteln für eigene Daten genutzt werden, durch eine zusätzliche Speicherkarte lassen sich bis zu 64 weitere Gigabyte aufrüsten. Ein 1,2 Gigahertz schneller Dual-Core-Prozessor sorgt für beanstandungsloses Arbeitstempo, als Betriebssystem kommt Android 2.3.5 zum Einsatz. Der Akku hat eine respektable Kapazität von 1.780 mAH, lässt sich allerdings, und dies ist eine Parallele zum iPhone, nicht austauschen. Einen großen Wermutstropfen muss der Nutzer jedoch trotz Spritzwasserschutz schlucken: Die Kamera! Trotz der hohen Auflösung von 8 Megapixel lassen sowohl die aufgenommenen Fotos als auch die Videos eine akzeptable Bildschärfe vermissen, auch die Bilddynamik lässt sehr zu wünschen übrig. Dies ist, um damit auch gleich zum Fazit zu kommen, umso mehr unverständlich, da das RAZR in allen anderen Komponenten absolute Spitzenwerte aufbieten kann. Hier muss Motorola dringend nachbessern, damit das RAZR eine ähnliche Erfolgsgeschichte schreiben kann, wie sein Vorgänger aus vergangenen Jahren. Schließlich bewegt sich das Gerät mit seinem Einführungspreis von 555,00 EUR nicht gerade in der Rubrik der Superschnäppchen, aktuell ist ein vertragsfreies RAZR für etwa 480,00 EUR zu bekommen.