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Handyortung: das Angebot an entsprechender Software nimmt stark zu

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So könnte ein präventiver Test aussehen: hält man ein ausgeschaltetes Mobiltelefon vor einen Lautsprecher und bleibt dieses nicht wie erwartet stumm, sondern gibt Brummgeräusche ab, dann ist darauf höchstwahrscheinlich eine Ortungssoftware aktiviert. Von derartigen Spionageprogrammen ist insbesondere der Handytyp Smartphone betroffen. Und die Besitzer hegen oftmals keine Ahnung, dass ihr mit Spionagesoftware infiziertes Mobiltelefon praktisch auf Knopfdruck ihren jeweiligen Aufenthaltsort sendet.

Programme, die dies ermöglichen, sind bereits in über 30 Varianten für jedermann im Internet zugänglich. Die Übertragung geschieht schnell und vom Handybesitzer unbemerkt per SMS oder als Anhang in einer Mail. Nach einer automatisch vorgenommenen Aktivierung steht einer permanenten Ortung nichts mehr im Wege: selbst wenn das Handy ausgeschaltet ist, bleibt das Spionageprogramm weiterhin aktiv.

Das schnell wachsende Angebot an Ortungssoftware wird nur im schlimmsten Fall zu illegalen Zwecken missbraucht. Prinzipiell ist die Handyortung nämlich nicht verboten, etwa wenn der Besitzer eines Mobiltelefons explizit hierzu eingewilligt hat. Das Telekommunikationsgesetz sieht hierfür vor, dass der jeweilige Teilnehmer von seinem Anbieter in Kenntnis gesetzt werden muss, sobald sein Handy fünf Mal einer Ortung unterzogen wurde.

Dass Handyortung durchaus sinnvoll sein kann, zeigt zum Beispiel die zunehmende Nutzung von Eltern zur Kontrolle ihres Nachwuchses. Selbst wenn die lieben Kleinen sich vor soviel Behütung zu sträuben versuchen – ein sogenanntes Kinder-Handy wie das KandyMobile schafft hier Abhilfe, denn dieses lässt sich nicht gänzlich abstellen und kann somit jederzeit geortet werden. Auch diverse Rettungsdienste setzen verstärkt auf Handyortung. Eigens hierfür entwickelte Systeme – beispielsweise von Forschern des Fraunhofer-Instituts Prien und des Anbieters integrierter Informationslogistiksysteme proTime – verhelfen professionellen Rettern dazu, Lawinenopfer mittels ihres Mobiltelefons zu orten und zwar mit einer Genauigkeit von nur wenigen Metern.

Von der technischen Seite her ist es grundsätzlich möglich, jedes Mobiltelefon zu orten, ganz gleich, welches Netz genutzt wird und ob es um Prepaid- oder ein Vertrags-Handy geht. Es sei denn, es handelt sich um ein ganz besonderes Handy, wie das unserer Bundeskanzlerin zum Beispiel. Vom Aussehen her wirkt das Mobiltelefon von Frau Merkel zwar wie ein normales Nokia N71, aber durch den Einsatz einer speziellen Mikro-SD-Karte ist es spionageresistent.

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